Baugenossenschaft EG Weingarten/Baden

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76356 Weingarten/Baden

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Über uns

Vorstand

  • Scholz, Klaus-Dieter (Vorstandsvorsitzender)
    Kantstraße 22, 76356 Weingarten
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  • Hill, Torsten (Vorstandsmitglied)
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Aufsichtsrat (Stand Mitgliederversammlung 19. Mai 2017)


Ein Rückblick auf die Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden 1919-2017

William Shakespeare schrieb "Was sagt schon ein Name? Was wir eine Rose nennen, würde mit jeder willkürlichen Bezeichnung einen genau so süßen Duft haben."

Was sagt der Namen Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden? Wer sind wir?

Seit 90 Jahren steht die Baugenossenschaft e G. Weingarten/Baden für die sozialpolitische Aufgabe, in Weingarten kostengünstigen und qualitativ hochwertigen Wohnraum anzubieten Am 12. Mai 1919 als gemeinnützige Baugenossenschaft e.GmbH Weingarten/Baden, in Weingarten/Baden ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand im "Gasthaus Rössle" Apothekenstraße 2, heute Volksbank Stutensee-Weingarten statt. Die Gemeinnützigkeit wurde aber erst mit dem Anerkennungsschreiben vom 8. Oktober 1932 des Minister des Inneren anerkannt. Durch Gesetzesänderung wurde im Jahre 1990 die Gemeinnützigkeit aufgehoben. Das Unternehmen bekam einen neuen Namen und heißt seither Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden.

Heute ist die Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden mit rund 125 Mietwohnungen der größte Vermieter in Weingarten/Baden und eines der noch übrig gebliebenen kleineren, gesunden Wohnungsunternehmen aus der Gründerzeit der Genossenschaften. Einer Fusionierung mit einer anderen Baugenossenschaft konnte bis jetzt immer durch starkes ehrenamtlichem Engagement seiner Führungskräfte entgegengetreten werden.

Was war der Anlass, der Gründungsgedanke zur Gründung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Weingarten/Baden?

Durch die drastische Verschärfung der Wohnungsnot Ende der neunzehner Jahre, weil der privat finanzierte Mietwohnungsbau fast zum Erliegen gekommen, oder gar nicht mehr vorhanden war, und sich die Schere zwischen Miethöhe und Einkommen immer weiter öffnete. Unter diesen Verhältnissen litt nicht nur die Arbeiterschaft, auch für viele kleine Angestellte wurde es immer schwerer angemessenen Wohnraum zu finden. Aus dieser Situation und aus diesem Anlass wurde der Gedanke zur Gründung der gemeinnützigen Baugenossenschaft Weingarten/Baden geboren. Aber schon lange vor dem ersten Weltkrieg 1914/18 ging durch das deutsche Volk ein Sehnen nach dem Einfamilienhaus mit Garten und der Möglichkeit in den Dorfgemeinden, Kleintiere zu halten. Dieses zweifellos in weitesten Schichten des Volkes vorhandene Verlangen wollte die Gemeinnützige Baugenossenschaft e.GmbH Weingarten/Baden zu ihrem Teil erfüllen, sie wollte durch den Zusammenschluss vieler Menschen erreichen, was dem einzelnen Menschen mit wenig Mittel unerreichbar war. In jenen Zeiten keine leichte Aufgabe. So war es dann ein kleines Häuflein Weingärtner Bürger mit idealer Gesinnung, das unentwegt auf das einmal gesteckte Ziel zusteuerte, allen Widerständen mannigfacher Art trotzten, an der Spitze der Ratschreiber und spätere Bürgermeister der Gemeinde Weingarten/Baden Friedrich Gaß, er leitete auch die Gründungsversammlung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Weingarten/Baden, und den Mitstreitern:

  • Anton Frank, Geschäftsführer
  • Friedrich Wentz‚ Hauptlehrer
  • Friedrich Mülberger, Apotheker
  • Wilhelm Walter, Pfarrer
  • Zachäus Baur, Dekan
  • Eugen Spohrer, Kaufmann
  • Friedrich Maler, Reichbahnsekretär
  • Friedrich Koch, Schlosser
  • Eduard Vögele, Gemeinderat
  • Franz Lepp, Masch.-Arbeiter
  • Julius Nikolaus, Postschaffner
  • Friedrich Trautwein, Güterbestätter
  • Albert Bieringer, Schreiner
  • Hermann Hartmann, Polizeibeamter
  • Karl Kühnle Senior, Schreinermeister

Die Bautätigkeiten der Gemeinnützige Baugenossenschaft e.GmbH Weingarten/Baden

Diese Gründungsgedanken spiegeln sich auch in allen in den Jahren 1920 bis 1928 erstellten Bauten an der Wiesen-und Wilzerstraße, alles ein- und eineinhalb geschossige Ein-und Zweifamilienhäuser mit Hintergebäuden für Kleintierhaltung, einschl. großen Nutzgärten zur Selbstversorgung.

Die 1928 eingetretene Weltwirtschaftskrise mit ihren verheerenden Folgen auf dem Kapital- und Arbeitsmarkt setzte der hoffnungsvoll begonnenen Bautätigkeit der gemeinnützigen Baugenossenschaft e.GmbH Weingarten/Baden einen jahrelangen Stillstand. Lohn- und Gehaltskürzungen für die Arbeitnehmer mussten zwangsläufig zur Forderung nach Senkung der Mieten führen. Und zu all dem wurde im Jahre 1930 die ohnehin nicht ausreichende Förderung der Baugenossenschaften drastisch eingeschränkt.

Eine schmerzliche Etappe wurde für die gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften die Zeit des Nationalsozialismus. Nach 1933 wurden die Genossenschaften gleichgeschaltet, einige lösten sich auf, um diesem Schicksal zu entgehen. Bei den Gesellschaften erfolgte eine weitgehende Gleichschaltung über Personen. Die gewerkschaftseigenen Wohnungsunternehmen wurden der NS-Arbeitsfront zugeschlagen. Der gemeinnützige Wohnungsbau kam zum Stillstand und wurde ab 1937 nahezu kaltgestellt.

Um den Baustopp der gemeinnützigen Baugenossenschaft Weingarten/Baden zu unterbrechen, wurde unter Bürgermeister Wilhelm Reichert von der Gemeinde Weingarten/Baden ein Bauplatz an der Bahnhofstraße Nr. 140-144, als Geschenk der Gemeinde für den sozialen Wohnungsbau zugewiesen. Dieses Geschenk sollte sich nach dem zweiten Weltkrieg bei der Wiederaufnahme der Bautätigkeiten durch die gemeinnützige Baugenossenschaft Weingarten/B aden als sehr wichtig herausstellen, war es doch das Tauschgrundstück mit der Gemeinde für das Baugelände an der Goethe-, Dr.Wohnlich- und Mülbergerstraße.

Wiederaufnahme der Bautätigkeiten durch die Gemeinnützige Baugenossenschaft - Weingarten/Baden nach dem zweiten Weltkrieg

Mit der wiedergewonnenen Freiheit und angesichts einer Wohnungsnot, die die Gründerzeitverhältnisse weit übertraf, blühten nach 1945 die gemeinnützigen Baugenossenschaften mächtig auf. Waren die ersten Jahre noch dem Wiederaufbau der zerstörten oder beschädigten Gebäude gewidmet, so gab es nach 1952 eine in der Geschichte beispiellose Neubauwelle, bei der die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen einen hohen Prozentsatz des gesamten Wohnungsneubaues bestritten. Ohne diese Tatkraft der gemeinnützigen Baugenossenschaften und die Mithilfe des Staates, insbesondere der Gemeinden, wäre diese gewaltige Aufbauleistung nicht denkbar gewesen. Die gemeinnützige Baugenossenschaft e.GmbH Weingarten/Baden war mit ihren Neubauvorhaben Dr.Wohnlich-Str 1-4, Mülberger-Str.1-4, Goethe-Str. 23-33 in den Jahren 1950-1959 mit Erfolg beteiligt.

Waren die Bauobjekte der Jahre 1920-1928 noch in ein-und eineinhalbgeschossiger Bauweise ausgeführt, wurden die Neubauten 1950-1959 alle in zweigeschossiger Bauweise erstellt. In den Wohnungen der Jahre 1920-1928 wurden Einzelöfen mit Holz- und Kohlefeuerung und Einfachfenster mit Schlagläden eingebaut, Badezimmer waren nicht vorhanden. Erst die Neubauten 1950-1959 bekamen Badezimmer und Kachelofenheizung für Holz-und Kohlefeuerung, Einfachfenster mit Schlag-oder Rollläden. Die Wohnungen wurden nach den Vorschriften im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet. Diese Wohnungen 1950-1959 waren architektonisch gut überlegt, bautechnisch solide und mit nierigen Mieten ein großer Fortschritt für unsere Mieter.

Den Bauten 1962-1978, Goethestr 21, 35, 10, 8, sowie Fichtenweg 2 in der Siedlung Waldbrücke kamen die Lockerungen der baulichen Vorschriften im sozialen Wohnungsbau zugute jede Wohnung, die die gemeinnützige Baugenossenschaft in Weingarten/Baden errichtete, hatte einen Balkon oder Loggia, die Wohnungen wurden mit Badezimmer, WC. Verbundfenster mit Rollladen jedoch noch mit Einzelofenheizung (Ölofen) ausgestattet. Auch wurden jeder Wohnung eine Pkw-Garage oder Pkw-Abstellplatz zugewiesen. Als erstes Bauvorhaben mit Zentralheizung und zentraler Warmwasserversorgung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Weingarten/Baden war das 8 Familienwohnhaus in der Goethestraße 8. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus wurden in diesen Bauvorhaben überwiegend Drei- bzw. Zweizimmerwohnungen erstellt. Größere Wohnungen wurden damals im sozialen Wohnungsbau sehr selten gebaut und ihre entsprechend teuren Mieten hätten gerade Familien mit Kinder nicht zahlen können.

Die Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden war von Beginn an – naturgemäß fortschrittlich. Bei aller Not sollte gemeinnütziges Bauen gleichwohl nicht minderwertig sondern auch beispielhaft, zukunftsoffen sein. Dieser wohnreformerische Aspekt zeigte sich in der Vergangenheit - und zeigt sich heute - zuerst einmal darin, dass die einzelne Wohnung das einzelne Haus nicht isoliert gedacht wurde, sondern in einem größeren Zusammenhang. Das Wohnumfeld wurde genauso wichtig erachtet wie eine nach dem Stand der Zeit technisch einwandfreie Wohnung. Nach diesem wohnreformerischen Aspekt entstanden die Neubauobjekte:

  • 1983/84 16-Fam-Wohnhaus Ringstr.8/6 + 8/5
  • 1991/92 16-Fam-Wohnhaus Ringstr. 8/4 + 8/3
  • 1998/99 12-Fam-Wohnanlage mit Tiefgarage Dr.-Wohnlich / Mülberger-Str.
  • 2006/07 6-Fam-Wohnhaus Potsdamer Str. 2
  • 2016/17 6-Fam-Wohnhaus Mülberger Str. 6

Modernisierung / Bestandserhaltung

Die Pflege des Wohnungsbestandes und die Verbesserung des Wohnungsstandards gehören mit zu den Pftichten eines jeden Wohnungsvermieters. Die Wohnungsverbesserung in Form der Modernisierung ist Ausdruck sowohl eine konsequenten Bestandserhaltungspolitik als auch der Anpassung an veränderte Ansprüche. Sie wurde in diesem Maße immer dann forciert, wie der Wohnungsneubau zurückging. Im Interesse der Mieter und ihre Belastbarkeit vollziehen wir die Modernisierung in der Regel schrittweise. Sanierungsmaßnahmen stellen vor allem für die Bewohner, die während der Baumaßnahmen in ihren Wohnungen bleiben müssen, eine große Belastung dar. Das weiß die Baugenossenschaft. Sie und alle am Bau beteiligten Firmen legen größten Wert darauf, die notwendigen Arbeitsabläufe effizient zu gestalten und trotz hoher Qualität zügig voranzukommen.

Für die meisten Menschen hat das Thema Wohnen einen hohen Stellenwert. Es ist nicht verwunderlich, dass heutzutage weit höhere Ansprüche an Wohnqualität und Wohnumfeld gestellt werden, abgewohnte Mieträume mit überalterte Infrastruktur finden kaum Akzeptanz. Wohnungsbaugesellschaften sehen sich beim Neubau ebenso wie bei der Sanierung bestehender Wohnsubstanz angesichts des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen zusätzlich mit einer Fülle ökonomischer und ökologischer Anforderungen konfrontiert. Der Energiebedarf der Häuser muss zugig reduziert werden. Die Effizienz der Energieerzeugung für die Liegenschaften der Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden wird durch effektives Management und moderne Technik optimiert.

Schlussanmerkung

Die Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden hat sich in den nahezu 100 Jahren mit großem finanziellem Einsatz, mit vielem ehrenamtlichem personellem Einsatz in Weingarten/Baden eingebracht. Sie wird ihr Engagement fortführen, damit sich die Mieter auch in Zukunft wohl fühlen in ihren Wohnungen und Hausgemeinschaften.

Unsere Geschichte, die Geschichte der Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden ist noch nicht zu Ende. Der lange Weg noch nicht ausgeschritten. Wir werden auch in Zukunft den Wohnungsbau nicht vergessen und - wie schon immer - Wohnungen mit hohem Wohnwert schaffen. Dabei wollen wir nicht nur unseren Vorsprung beim Kosten-und Flächen sparenden Bauen vergrößern. Der wohnreformerische Ansatz, der in der Geschichte der Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden von Anfang an sichtbar war, bleibt auch in Zukunft unsere Aufgabe, das bedeutet, solide Architektur und Planung, das bedeutet aber auch ein ständiges Verbessern des Wohnumfeldes‚ den Mietern mehr Grün, mehr Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, mehr Lebensqualität.

Wir fühlen uns nach wie vor verpflichtet, die Summe unserer Erfahrung beim Bau von neuen Objekten einzubringen. Der Genossenschaftsgedanke, die Selbsthilfe, die demokratische Selbstverwaltung und die Selbstverantwortung haben gesellschaftspolitische Wurzeln, die auch in Zukunft weitergeführt und gelegentlich neu entdeckt werden müssen, an der bewährten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weingarten/Baden soll nicht gerüttelt werden.

Die Aufgaben der Baugenossenschaft e.G. Weingarten/Baden für die Zukunft haben sich nicht verringert, sie haben sich verändert, auf unserem langen Weg durch die Zeiten, so stellen wir heute fest, hat sich ein Prinzip unseres Handels nicht verändert, wir bieten den Menschen auch in Zukunft mehr als nur ein Dach über dem Kopf.

Danke


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